# Bar eröffnen: Schankerlaubnis, Sperrzeit und Getränkekalkulation

Gründung

Redaktion tischlein · Aktualisiert am 15. Oktober 2026

## Die Antwort in Kürze

Für eine Bar brauchst du Gewerbeanmeldung, Nachweis der Zuverlässigkeit und je nach Bundesland eine Gaststättenerlaubnis oder eine Anzeige, denn du schenkst Alkohol aus. Entscheidend sind außerdem Sperrzeit, Lärmschutz und Jugendschutz, die vor Ort geregelt sind. Kalkuliere jedes Getränk einzeln, denn Spirituosen, Fassbier und Cocktails haben sehr unterschiedliche Margen.

## Was eine Bar von Café und Restaurant unterscheidet

Eine Bar verkauft vor allem Getränke und Atmosphäre. Das macht die Rechnung einfacher und das Genehmigungsverfahren anspruchsvoller: Du schenkst Alkohol aus, hast abends und nachts geöffnet und wirst von Nachbarn und Behörden genauer angesehen als ein Café am Vormittag.

Die Konzept-Frage lautet deshalb nicht nur „Wer kommt?", sondern auch „Wann, wie laut und mit wem im Haus?". Eine Cocktailbar mit Sitzplätzen, eine Kneipe mit Fassbier, eine Weinbar mit kleiner Küche und ein Club haben unterschiedliche Genehmigungen, Ausstattung und Kosten.

Der Umsatz einer Bar hängt an wenigen Stunden. Plane die Stoßzeiten von Donnerstag bis Samstag ein und rechne, wie viele Getränke du in einer normalen Woche tatsächlich verkaufst, nicht in der besten.

## Gaststättenerlaubnis und Anzeige

Wer Alkohol ausschenkt, braucht in vielen Bundesländern eine Gaststättenerlaubnis, die oft Konzession oder Schankerlaubnis genannt wird. Das Gaststättenrecht ist Ländersache, und mehrere Länder haben die Erlaubnis durch eine Anzeige ersetzt.

Nach Angaben von starting-up.de ist der Alkoholausschank in Hessen, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und im Saarland nur noch anzeigepflichtig. Baden-Württemberg hat die Erlaubnis mit dem neuen Landesgaststättengesetz zum 1. Januar 2026 durch ein einfaches Anzeigeverfahren ersetzt. In den anderen Ländern brauchst du weiter eine Erlaubnis. Die Behörde prüft in jedem Fall deine Zuverlässigkeit.

Für die Prüfung brauchst du in der Regel ein Führungszeugnis und einen Auszug aus dem Gewerbezentralregister, beides online beim Bundesamt für Justiz bestellbar. Dazu kommen je nach Land der Nachweis der IHK-Unterrichtung, ein Grundriss der Räume und der Mietvertrag. Alle Details erklärt der Ratgeber zur Gaststättenerlaubnis.

Stell den Antrag früh. Die Erlaubnis muss vorliegen, bevor du den Betrieb aufnimmst, und die Behörde kann Rückfragen haben. Ein Termin vier bis sechs Wochen vor Eröffnung ist ein vernünftiger Puffer.

## Sperrzeit: Wann du schließen musst

Die Sperrzeit ist die Zeit, in der Gaststätten geschlossen bleiben. Sie ist Landesrecht, und die Gemeinden können sie per Verordnung ändern. Die Länder gehen sehr unterschiedlich damit um.

In Bayern gilt für Gaststätten seit 2005 an allen Tagen nur noch eine Sperrzeit von 5 bis 6 Uhr, die Gemeinden können aber abweichende Zeiten festlegen. In Hamburg beginnt die Sperrzeit für Schank- und Speisewirtschaften um 5 Uhr und endet um 6 Uhr, in den Nächten zum Samstag und Sonntag gibt es keine. Das sind nur zwei Beispiele, nicht die Regel für ganz Deutschland.

Frag deshalb bei Ordnungsamt oder Gewerbeamt nach der Sperrzeit für deine Adresse. Wenn dein Konzept bis nach Mitternacht trägt, ist das ein Kriterium für den Standort. Ein längerer Betrieb ist oft nur mit Ausnahmegenehmigung möglich und von Nachbarn oft umstritten.

## Lärm, Jugendschutz und Hygiene

Lärm ist der häufigste Streitpunkt. Die Räume brauchen eine geeignete Schalldämmung, und Gäste vor der Tür sind für dich verantwortlich. Sprich vor der Mietunterschrift mit Vermieter und Bauamt und frag, ob Wohnungen im Haus sind. Eine nicht passende Nutzung ist der teuerste Fehler bei Bars.

- Jugendschutzgesetz: Aushang gut sichtbar anbringen, Alter im Zweifel prüfen, Alkohol nur an Berechtigte abgeben.
- Lebensmittelrecht: Anmeldung als Lebensmittelbetrieb, Hygienekonzept und Belehrung nach Infektionsschutzgesetz für alle, die mit Lebensmitteln umgehen.
- Preisauszeichnung: Eine Getränkekarte mit Preisen, auf der die Menge (zum Beispiel 0,2 Liter) steht, gehört dazu. Viele Länder verlangen außerdem, dass ein alkoholfreies Getränk nicht teurer ist als das billigste alkoholische gleicher Menge, früher stand das im Bundes-Gaststättengesetz. Frag dazu das Ordnungsamt.
- Musik: Anmeldung bei der GEMA, wenn du Musik spielst oder Live-Auftritte hast.
- Rauchen: Das Nichtraucherschutzrecht der Länder unterscheidet sich, frag nach Raucherräumen und Außenbereich.

## Ausstattung und Einkauf

Die Theke ist das Herz der Bar und der teuerste Teil des Ausbaus. Plane sie vom Arbeitsablauf her: Wo stehen Eis, Spüle und Kühlung, wie weit laufen die Barkeeper, wie viele können gleichzeitig arbeiten. Billig gebaute Thekenlösungen kosten später in jeder Schicht Zeit.

Bereich Typische Posten Hinweis     Theke Thekenkorpus, Spülbecken, Eisbereiter, Rückbüffet Handwaschbecken einplanen, Hygienevorgaben prüfen   Zapfanlage Zapfhahn, Fasskühlung, Kohlensäure Brauerei stellt Anlage oft gegen Abnahmevertrag   Kühlung Flaschenkühler, Unterbaukühlung, Kühlraum Gebrauchtgeräte prüfen lassen   Gläser und Zubehör Gläser, Shaker, Barlöffel, Messbecher, Eiszange Qualität bei Gläsern, sie gehen kaputt   Kasse Zertifizierte Kasse, Kartenzahlung Bei Kassensicherungsverordnung vor dem Kauf nachfragen   Raum Möbel, Beleuchtung, Musik, Schallschutz Schallschutz nicht sparen

Brauereien und Getränkehandel bieten Gründern oft Darlehen, Zapfanlagen oder Leihinventar an und binden dich dafür mit einem Bezugsvertrag über Jahre. Lies die Laufzeit und die Preisbindung genau und hol dir eine zweite Meinung ein, bevor du unterschreibst. Du darfst vergleichen.

## Getränkekalkulation: Rechenbeispiel

Bei Getränken ist der Wareneinsatz je Glas niedrig, aber er schwankt stark. Wasser und Softdrinks haben einen kleinen Wareneinsatz, Spirituosen und Wein einen höheren, Fassbier liegt dazwischen. Rechne jedes Getränk einzeln und lass dich nicht von einem einzigen Durchschnitt leiten.

Das Beispiel ist erfunden und zeigt nur den Rechenweg. Eine 0,7-Liter-Flasche Gin kostet im Einkauf 21,00 Euro netto. Ein Drink braucht 4 cl. Das ergibt rechnerisch 17,5 Drinks pro Flasche, wir rechnen wegen Schwund mit 17. Dazu kommen Tonic, Eis und Garnitur für zusammen 0,60 Euro.

1. 1 Gin pro Drink: 21,00 Euro geteilt durch 17 ergibt rund 1,24 Euro.
2. 2 Wareneinsatz je Drink mit Tonic, Eis und Garnitur: rund 1,84 Euro.
3. 3 Verkaufspreis auf der Karte: 9,50 Euro brutto. Alkoholische Getränke zahlen 19 Prozent Umsatzsteuer, netto also 7,98 Euro.
4. 4 Wareneinsatzquote: 1,84 geteilt durch 7,98 ergibt rund 23 Prozent.

Denk an Schwund: Verschüttetes, zu große Gießer, Probierschlucke, Bruch und nicht berechnete Drinks drücken den echten Wert nach oben. Miss deshalb in der Praxis nach: Inventur am Monatsende, Soll-Verbrauch laut Kasse gegen Ist-Verbrauch. Weicht beides deutlich ab, suchst du den Grund.

Seit 1. Januar 2026 gilt in der Gastronomie für Speisen dauerhaft der ermäßigte Satz von 7 Prozent, Getränke bleiben bei 19 Prozent. Wenn deine Bar eine kleine Küche hat, brauchst du in der Buchhaltung getrennte Konten.

## Personal, Öffnungszeiten und der Start

Barpersonal arbeitet abends, nachts und am Wochenende. Dafür gelten Arbeitszeitgesetz, Ruhezeiten und der Mindestlohn von 13,90 Euro seit 1. Januar 2026, der am 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro steigt. Rechne den Personalbedarf so, dass du auch Ausfälle auffangen kannst.

Beginne mit festen Öffnungszeiten und teste sie. Eine Bar, die dienstags leer ist, kostet an diesem Abend mehr, als sie einbringt. Starte mit drei oder vier Tagen und erweitere, wenn die Nachfrage da ist.

1. 1 Gewerbeanmeldung, Gaststättenerlaubnis oder Anzeige, Lebensmittelbetrieb anmelden.
2. 2 Sperrzeit und Lärmschutz mit Ordnungsamt klären.
3. 3 Karte, Preise und Lieferanten festlegen, Jugendschutz-Aushang anbringen.
4. 4 Soft-Opening mit Freunden und Nachbarn, um Abläufe und Lautstärke zu testen.
5. 5 Nach vier Wochen Verbrauch, Umsatz je Abend und Personalstunden auswerten.

## Typische Fehler bei der Bar-Gründung

Bars scheitern selten an der Idee. Sie scheitern an Nachbarn, Zahlen und Müdigkeit. Diese Punkte lohnen einen zweiten Blick.

- Mietvertrag vor der Klärung der Nutzung: Wenn Bauamt oder Nachbarn Nein sagen, ist die Kaution weg.
- Zu große Karte: Fünfzig Cocktails verlangen fünfzig Zutaten, viel Lager und lange Wartezeiten. Starte mit zehn bis fünfzehn Drinks und tausche aus, was nicht läuft.
- Keine Inventur: Ohne Abgleich von Verbrauch und Kasse merkst du Schwund erst spät.
- Zu lange Öffnungszeiten am Anfang: Das Team brennt aus, und leere Abende schaden dem Ruf.
- Keine Absprache mit der Nachbarschaft: Ein Gespräch vor der Eröffnung ist billiger als eine Beschwerde danach.

Gäste suchen Bars über Google Maps und Instagram. Pflege Adresse, Öffnungszeiten und Karte dort, bevor du die Tür öffnest, und zeig den Raum, die Theke und deine ersten Drinks mit guten Fotos.

## Karte, Website und Dienstplan für deine Bar

tischlein stellt deine Getränkekarte online, mit Mengen und Preisen, und lässt dich Dienstpläne erstellen, die Ruhezeiten im Blick behalten. Gäste sehen Öffnungszeiten und Karte auf deiner Website, bevor die Bar öffnet.

Neue Bars bekommen im Startup-Center unter /gruenden einen Rabatt auf die Abos.

- [Website →](https://tischlein.pro/produkte/restaurant-website)
- [Speisekarte →](https://tischlein.pro/produkte/digitale-speisekarte)
- [Dienstplan & Zeiterfassung →](https://tischlein.pro/produkte/dienstplan-zeiterfassung)

[14 Tage kostenlos testen →](https://app.tischlein.pro/registrieren)

## Häufige Fragen

Brauche ich eine Schankerlaubnis für eine Bar? +

Das hängt vom Bundesland ab. In mehreren Ländern genügt inzwischen eine Anzeige, in anderen brauchst du weiter eine Gaststättenerlaubnis. In beiden Fällen prüft die Behörde deine Zuverlässigkeit. Gewerbeamt und IHK sagen dir verbindlich, was bei dir gilt.

    Wie lange darf eine Bar öffnen? +

Die Sperrzeit regeln die Länder, die Gemeinden können sie ändern. In Bayern sind es zum Beispiel 5 bis 6 Uhr, in Hamburg gilt am Wochenende gar keine. Frag das Ordnungsamt nach der Regel für deine Adresse.

    Was kostet es, eine Bar zu eröffnen? +

Das hängt von Größe, Lage und Ausbau ab, deshalb nennen wir keine Pauschale. Größte Posten sind meist Theke, Schallschutz, Kühlung, Möbel und die Kaution. Plane eine Reserve für die Anlaufzeit ein und hol Angebote ein.

    Wie kalkuliere ich Getränke in der Bar? +

Rechne jedes Getränk einzeln: Einkaufspreis je Flasche geteilt durch Drinks pro Flasche, dazu Zutaten und Eis, geteilt durch den Nettopreis. Kontrolliere am Monatsende per Inventur, ob Verbrauch und Kassenumsatz zusammenpassen.

    Welche Auflagen gelten für Lärm? +

Das Bauamt und das Ordnungsamt prüfen Nutzung und Schallschutz. Sprich vor dem Mietvertrag mit Vermieter und Behörde, besonders wenn im Haus gewohnt wird. Dann weißt du, ob dein Konzept an dieser Adresse möglich ist.

## Weiterlesen

- [Startup-Center →](https://tischlein.pro/gruenden)  Gründen mit tischlein: Rabatt, Werkzeuge und Ratgeber.
- [Kalkulation Gastronomie →](https://tischlein.pro/werkzeuge/kalkulation-gastronomie)  Wareneinsatz und Verkaufspreis je Getränk rechnen.
- [Gaststättenerlaubnis und Konzession: Wann du sie brauchst und wie du sie bekommst →](https://tischlein.pro/ratgeber/gaststaettenerlaubnis)
- [Getränkekarte erstellen: Aufbau, Kalkulation, Aufschläge →](https://tischlein.pro/ratgeber/getraenkekarte-erstellen)
- [Was kostet es, ein Restaurant zu eröffnen? Investition, laufende Kosten, Finanzierung →](https://tischlein.pro/ratgeber/restaurant-eroeffnen-kosten)
- [Lexikon: Wareneinsatz →](https://tischlein.pro/lexikon/wareneinsatz)
- [Lexikon: Food Cost →](https://tischlein.pro/lexikon/food-cost)
- [Lexikon: Pop-up-Restaurant →](https://tischlein.pro/lexikon/pop-up-restaurant)

---

Source: https://tischlein.pro/ratgeber/bar-eroeffnen
