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Gründen

Was kostet es, ein Restaurant in Österreich zu eröffnen? Kosten und Förderungen

Redaktion tischlein · Aktualisiert am 16. Oktober 2026

Die Antwort in Kürze

Eine offizielle Gesamtzahl für die Eröffnung eines Restaurants in Österreich gibt es nicht. Die beste Kammerquelle sind die WKO-Investitionsrichtwerte 2024: rund 4.600 bis 5.600 Euro netto je Sitzplatz für eine gutbürgerliche Ausstattung. Sie sind ein Durchschnitt, dein Projekt weicht ab. Rechne in drei Blöcken: einmalige Investition, laufende Kosten und eine Reserve. Finanziert wird meist aus Eigenmitteln, Bankkredit und, für Tourismusbetriebe, Förderungen der ÖHT und der Länder.

Warum es keine einzelne Zahl gibt

Ein kleines Kaffeehaus im bestehenden Lokal und ein Restaurant mit Vollküche in der Innenstadt sind zwei verschiedene Vorhaben. Die Richtwerte unten stammen von der WKO und beruhen auf Durchschnittswerten einer Unternehmensberatung, netto ohne Umsatzsteuer. Sie zeigen, welche Posten es gibt und wie groß sie ungefähr sind. Ersetze sie durch Angebote für dein Lokal.

Einmalige Kosten: WKO-Richtwerte

Die Tabelle zeigt die Investitionsrichtwerte 2024 des WKO-Fachverbands, netto. Für die Küche nennt die Seite keine eigene Zahl; Miete, Kaution und Gebühren sind in den offiziellen Quellen nicht abgedeckt.

Posten Spanne (Euro, netto) Quelle und Vorbehalt
Sitzplatz im Gastraum inkl. Schank, Kleininventar, Gedeck, gutbürgerlich 4.600 bis 5.600 je Sitzplatz WKO Investitionsrichtwerte 2024
Dasselbe, exquisit 5.300 bis 7.100 je Sitzplatz WKO Investitionsrichtwerte 2024
Einrichtung gehobenes Restaurant 980 bis 1.400 je m² WKO Investitionsrichtwerte 2024
Schank/Bar je Laufmeter, einfach / gehoben 2.950 bis 3.150 / 4.200 bis 4.800 WKO Investitionsrichtwerte 2024
Baukosten Hotelrestaurant je Sitzplatz 10.000 bis 16.000 WKO Investitionsrichtwerte 2024

Dazu kommen Umbau und Küche, die ganz vom Lokal abhängen. Dafür geben wir keine Zahl an, weil wir keine verlässliche Quelle gefunden haben.

Laufende Kosten und Kennzahlen

Als Orientierung für den Betrieb dienen die Kennzahlen aus dem Fitness-Check Gastronomie von WKO und ÖHT. Die Zahlen stammen aus den Jahren 2019 und 2020, die Tabellenzeilen wurden aus extrahiertem Text gelesen, die Spalten können leicht verrutscht sein. Für Restaurant und Wirtshaus: Wareneinsatz 28 bis 35 Prozent vom Umsatz (Küche 28 bis 36, Getränke 17 bis 26), Personalkosten 27 bis 32 Prozent, Betriebsergebnis 8 bis 18 Prozent, 1,5 Sitzplatzumschläge pro Tag. Das sind alte Werte, nur zum Einordnen.

Löhne regelt in der Gastronomie der Kollektivvertrag Hotel- und Gastgewerbe; zum 1. Oktober 2026 steigen sie laut WKO im Schnitt um rund 3 Prozent. Nimm für deine Planung die aktuelle Lohnordnung deines Bundeslandes.

Gründungsvorteile und Pflichtbeiträge

Für die Gewerbeanmeldung nennen die gelesenen WKO-Seiten keine Gebühr. Über das Neugründungs-Förderungsgesetz (NeuFöG) entfallen für Neugründungen Stempelgebühren und Bundesverwaltungsabgaben, die unmittelbar durch die Gründung entstehen, einschließlich der Gerichtsgebühren fürs Firmenbuch, mit dem Formular NeuFö2. Mietverträge und Unterlagen, die der Gründung vorausgehen, sind nicht abgedeckt.

Die Wirtschaftskammer ist Pflichtmitgliedschaft. Die Grundumlage entfällt im ersten Jahr für Erstgründer, nicht bei einer Änderung der Rechtsform. Die Kammerumlage 1 beträgt 0,28 Prozent der Bemessungsgrundlage bis 3 Millionen Euro; die Kammerumlage 2 fällt an, wenn du Personal beschäftigst. Für Neugründer gibt es zudem eine Lohnnebenkostenbefreiung, wenn du innerhalb von drei Jahren nach der Gründung Mitarbeitende beschäftigst.

Rechtsformen: Einzelunternehmen, OG und KG (die OG braucht kein Mindestkapital) und die GmbH mit 10.000 Euro Stammkapital seit 1. Jänner 2024, davon mindestens die Hälfte in bar. Eine digitale Gründung ohne Notar ist nur für die Ein-Personen-GmbH möglich.

Förderungen und Finanzierung

Die meisten Gründerinnen und Gründer kombinieren Eigenmittel mit einem Bankkredit. Förderstellen sind die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT), die Länder, die WKO und das AMS. Beträge und Bedingungen ändern sich nach Land und Jahr: Bestätige sie bei ÖHT, aws oder in der WKO-Förderdatenbank, bevor du damit planst.

  • Tourismus-Jungunternehmerförderung (ÖHT, im Auftrag des Ministeriums): Zuschuss bis 7,5 Prozent der förderbaren Kosten von 50.000 bis 500.000 Euro, mit einem gleich hohen Zuschuss des Landes als Bedingung. Die USP-Seite sagt nicht ausdrücklich, ob reine Gastronomie dazugehört: Frag bei der ÖHT nach.
  • Gewerbliche Tourismusförderung des Bundes (ÖHT): geförderte Kredite, Haftungen und Zuschüsse, zum Beispiel für Investitionen und Betriebsübernahmen.
  • Länderprogramme: Beispiele sind GenussImpuls in der Steiermark (20 Prozent bis 100.000 Euro) und die Gastro-Förderung in Oberösterreich (bis 60.000 Euro in zwei Jahren). Wir kennen beides nur aus Kurzbeschreibungen der WKO und haben es nicht an den Richtlinien geprüft.
  • AMS Unternehmensgründungsprogramm (UGP): Beratung, Schulung und Lebensunterhalt während der Vorbereitung, nur für beim AMS vorgemerkte arbeitslose Gründerinnen und Gründer.
  • aws (Austria Wirtschaftsservice): Garantien, Gründerfonds und Kredite. Eine eigene Gastronomie-Förderung haben wir nicht gefunden; die Garantie gilt im Tourismus laut Kurzbeschreibung nur für größere Projekte, nicht verifiziert.

Ein verlässliches österreichisches Gründerdarlehen mit festen Konditionen, vergleichbar mit einem Startkredit der Förderbank in Deutschland, haben wir nicht gefunden. Ein Businessplan, den die Bank lesen kann, bleibt der übliche Einstieg.

Wo du Beratung bekommst

Das WKO-Gründerservice und die Förderberatung deines Bundeslandes sind die erste Anlaufstelle, dazu deine Steuerberatung. Die ÖHT berät zu Tourismusförderungen.

Stand und Quellen

Stand 16. Oktober 2026, Quellen unten, keine Rechts- oder Finanzberatung. Förderungen und Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland und ändern sich; bestätige sie bei der zuständigen Stelle. Die Recherche hat mittlere Konfidenz, die Länderprogramme beruhen nur auf Kurzbeschreibungen. Quellen:

  • WKO Fachverband Hotellerie: Investitionsrichtwerte 2024 (Seite vom 07.08.2025) (https://www.wko.at/oe/tourismus-freizeitwirtschaft/hotellerie/investionsrichtwerte)
  • WKO / ÖHT: Fitness-Check Gastronomie, Gastro-Kennzahlen (PDF, 2022) (https://www.wko.at/oe/tourismus-freizeitwirtschaft/gastronomie/kennzahlen-gastronomie.pdf)
  • USP: Gewerbliche Tourismusförderung des Bundes (20.03.2026) (https://www.usp.gv.at/themen/brancheninformationen/gastronomie-und-tourismus/gewerbliche-tourismusfoerderung-des-bundes.html)
  • USP: Tourismus-Jungunternehmerförderung (20.03.2026) (https://www.usp.gv.at/themen/brancheninformationen/gastronomie-und-tourismus/gewerbliche-tourismusfoerderung-des-bundes/tourismus-jungunternehmerfoerderung.html)
  • WKO: Gastro-Förderung des Landes Oberösterreich (https://www.wko.at/foerderungen/gastronomie-oberoesterreich)
  • WKO: Steiermark GenussImpuls (https://www.wko.at/foerderungen/erfolgsrezepte-gastronomiebetriebe-steiermark)
  • AMS: Unternehmensgründungsprogramm (UGP) (https://www.ams.at/arbeitsuchende/aus-und-weiterbildung/so-foerdern-wir-ihre-aus--und-weiterbildung-/unternehmensgruendungs-programm)
  • WKO: Neugründungs-Förderungsgesetz (NeuFöG) (https://www.wko.at/service/steuern/neugruendungs-foerderungsgesetz-fuer-neugruender.html)
  • WKO: Kammerumlagen FAQ (https://www.wko.at/steuern/kammerumlagen-faq)
  • WKO: Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) (https://www.wko.at/wirtschaftsrecht/gesellschaft-mit-beschraenkter-haftung-gmbh)
  • WKO: Lohnnebenkostenbefreiung für Neugründer (https://www.wko.at/steuern/lohnnebenkostenbefreiung-fuer-neugruender)

Rechne nach, bevor du dich festlegst

Mit tischlein kalkulierst du Wareneinsatz und Verkaufspreis jedes Gerichts und siehst im Dienstplan, was das Personal pro Woche kostet. So werden aus den Richtwerten oben deine eigenen Zahlen.

Neue Betriebe bekommen im Startup-Center einen Rabatt auf die Tarife: /gruenden.

Häufige Fragen

Was kostet es, ein Restaurant in Österreich zu eröffnen?

Eine offizielle Gesamtzahl gibt es nicht. Die WKO-Richtwerte 2024 nennen netto rund 4.600 bis 5.600 Euro je Sitzplatz für eine gutbürgerliche Ausstattung. Dein Projekt weicht ab, plane mit Angeboten für dein Lokal.

Gibt es eine Förderung für Gründer in der Gastronomie?

Die ÖHT fördert Tourismusbetriebe, zum Beispiel mit der Tourismus-Jungunternehmerförderung (Zuschuss bis 7,5 Prozent, mit gleich hohem Landeszuschuss). Dazu gibt es Länderprogramme. Ob reine Gastronomie dazugehört, bestätigst du bei der ÖHT oder deinem Land.

Was kostet die Gewerbeanmeldung?

Die gelesenen WKO-Seiten nennen keine Gebühr, und mit dem NeuFöG entfallen für Neugründungen bestimmte Gebühren und Abgaben. Die Pflichtmitgliedschaft in der WKO beginnt mit der Gewerbeberechtigung, die Grundumlage entfällt im ersten Jahr für Erstgründer.

Wie viel Stammkapital braucht eine GmbH?

10.000 Euro seit 1. Jänner 2024, davon mindestens die Hälfte in bar. Die OG braucht kein Mindestkapital.

Wie hoch sollten Wareneinsatz und Personalkosten sein?

Der Fitness-Check Gastronomie von WKO und ÖHT nennt für Restaurants einen Wareneinsatz von 28 bis 35 Prozent und Personalkosten von 27 bis 32 Prozent vom Umsatz. Die Daten stammen aus 2019 und 2020 und sind nur eine Orientierung.