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Gründung

Gaststättenerlaubnis und Konzession: Wann du sie brauchst und wie du sie bekommst

Redaktion tischlein · Aktualisiert am 15. Oktober 2026

Die Antwort in Kürze

Eine Gaststättenerlaubnis, im Alltag Konzession genannt, brauchst du je nach Bundesland, wenn du Alkohol ausschenkst. Mehrere Länder haben sie durch eine Anzeige ersetzt, andere verlangen sie weiter samt IHK-Unterrichtung. Frag deshalb beim Gewerbeamt deiner Stadt nach, bevor du Mietvertrag oder Umbau planst.

Was die Gaststättenerlaubnis ist

Die Gaststättenerlaubnis erlaubt dir, ein Gaststättengewerbe zu betreiben, besonders den Ausschank von Alkohol. Die Behörde prüft dabei, ob du zuverlässig bist, ob deine Räume geeignet sind und ob du die lebensmittelrechtlichen Grundlagen kennst. Viele nennen sie Konzession oder Schankerlaubnis. Gemeint ist meist dasselbe.

Geregelt war das früher im Gaststättengesetz des Bundes. Heute ist das Gaststättenrecht Sache der Länder. Wo ein Land keine eigene Regelung erlassen hat, gilt das Bundesgesetz weiter. Deshalb unterscheiden sich die Regeln von Bundesland zu Bundesland, und auch innerhalb eines Landes sind die Behörden zuständig, die für deinen Standort gelten.

Nach dem Bundesgesetz brauchte keine Erlaubnis, wer nur alkoholfreie Getränke oder zubereitete Speisen verabreicht. Ein Café oder Imbiss ohne Alkohol kommt deshalb oft ohne aus. Sobald du Wein, Bier oder Spirituosen verkaufst, schaust du genauer hin.

Länderunterschiede: wo sie abgeschafft ist

Die Lage ändert sich. Wir geben den Stand wieder, den die Quellen nennen. Prüf ihn vor jedem Schritt bei der Behörde deines Standorts.

Land Stand nach den Quellen IHK-Unterrichtung
Hessen, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Saarland Alkoholausschank nur anzeigepflichtig, Zuverlässigkeit wird weiter geprüft (starting-up.de) nicht nötig (DIHK)
Bremen In der Liste von starting-up.de nicht genannt, frag beim Gewerbeamt nicht nötig (DIHK)
Baden-Württemberg Seit 1. Januar 2026 Anzeigeverfahren statt Erlaubnis, Gestattung für vorübergehenden Betrieb entfällt weiter nötig (DIHK, IHK Heilbronn-Franken)
Übrige Länder Erlaubnisverfahren, Näheres beim Gewerbeamt je nach Land, frag bei der IHK

Die Angaben der Quellen weichen in Einzelheiten voneinander ab, etwa bei Bremen. Behandle die Tabelle deshalb als Orientierung. Verbindlich ist das Landesgesetz und die Auskunft der Stadt. Wer ein Konzept in mehreren Ländern plant, prüft jedes Land einzeln.

Die Unterrichtung der IHK

Die Gaststättenunterrichtung ist ein Kurs der IHK über die lebensmittelrechtlichen Grundkenntnisse, die du als Betreiber oder Stellvertreter brauchst. Sie soll Gäste vor Gesundheitsgefahren durch Verstöße gegen das Lebensmittelrecht und vor Irreführung schützen. Starting-up.de nennt eine Dauer von etwa sechs Stunden. Die Termine sind fest und die Kosten legt jede IHK selbst fest, du findest sie über den IHK-Finder.

In Ländern mit Erlaubnispflicht ist der Nachweis oft Voraussetzung für die Erlaubnis. Wer eine einschlägige Ausbildung hat, ist unter Umständen befreit. Welche Berufe zählen, sagt die IHK. Buch den Termin früh, denn Kurse sind nicht jede Woche.

Nicht zu verwechseln: Die Belehrung nach Infektionsschutzgesetz beim Gesundheitsamt ist ein anderer Nachweis. Er gilt für alle, die mit Lebensmitteln arbeiten, und darf bei Arbeitsbeginn nicht älter als drei Monate sein.

Welche Unterlagen du brauchst

Die Liste hängt vom Land und der Stadt ab. Typisch sind diese Unterlagen. Sie sind Beispiele aus den Quellen, keine vollständige Liste.

  • Antragsformular der Stadt, oft mit Angaben zu Person, Betriebsart, Öffnungszeiten und Speisen- und Getränkeangebot.
  • Nachweis der Gaststättenunterrichtung der IHK, soweit dein Land sie verlangt.
  • Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde.
  • Auskunft aus dem Gewerbezentralregister. Beides bestellst du online beim Bundesamt für Justiz.
  • Grundriss der Räume oder, bei einem Neubau, die Baugenehmigung.
  • Je nach Behörde Mietvertrag, Gewerbeanmeldung und Handelsregisterauszug bei einer Firma.
  • Bei Gesellschaften Angaben zu den Vertretungsberechtigten, die geprüft werden.

Starting-up.de nennt für das Verfahren Kosten, die je nach Stadt und Betriebsart stark schwanken, als Beispiel etwa 100 bis 3.500 Euro in Köln. In Ländern ohne Erlaubnis zahlst du nur die Gebühren für die Zeugnisse.

Der Ablauf Schritt für Schritt

Plane den Antrag zusammen mit dem Mietvertrag und dem Umbau. Die Erlaubnis muss vorliegen, bevor du den Betrieb aufnimmst. Starting-up.de empfiehlt, etwa vier Wochen vor der Eröffnung zu beantragen. Rechne mit mehr Zeit, wenn Rückfragen kommen.

  1. Gewerbeamt oder Ordnungsamt anrufen und fragen: Brauche ich eine Erlaubnis oder eine Anzeige, und welche Unterlagen verlangt ihr?
  2. Termin für die Unterrichtung der IHK buchen, wenn dein Land sie verlangt.
  3. Führungszeugnis und Gewerbezentralregisterauszug online beantragen.
  4. Räume prüfen lassen: Bauamt, Brandschutz, Lebensmittelüberwachung, Lärm. Die Behörde klärt, ob die Nutzung zulässig ist.
  5. Antrag mit allen Unterlagen stellen und Gebühr zahlen.
  6. Auf Rückfragen reagieren und, wenn nötig, Unterlagen nachreichen.
  7. Erlaubnis oder Bestätigung der Anzeige erhalten und erst dann öffnen.

Gewerbeanmeldung, Anmeldung als Lebensmittelbetrieb und die Anmeldung beim Finanzamt gehören dazu, laufen aber getrennt. Eine Übersicht aller Schritte bietet die Checkliste „Restaurant eröffnen".

Wann die Behörde ablehnt oder nachfragt

Die Behörde kann die Erlaubnis versagen, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass du unzuverlässig bist, wenn die Räume den Anforderungen nicht genügen oder wenn Gäste durch den Betrieb gefährdet sind. Häufige Ursachen in der Praxis sind Einträge im Führungszeugnis, offene Steuerschulden, Räume ohne passende Nutzung und fehlende Nachweise.

Prüf die Nutzung der Räume, bevor du den Mietvertrag unterschreibst. Eine Gaststätte in Räumen, die nur als Laden oder Büro genehmigt sind, braucht eine Nutzungsänderung, und das kann Monate dauern. Frag das Bauamt vorher.

Wenn du einen Betrieb übernimmst, gilt die Erlaubnis des Vorgängers in der Regel nicht für dich. Wo es noch Erlaubnisse gibt, sind sie an Person und Räume gebunden, du stellst deinen eigenen Antrag. Mehr dazu im Ratgeber zur Restaurant-Übernahme.

Für ein Fest oder einen Pop-up brauchst du je nach Land eine vorübergehende Gestattung, die in Baden-Württemberg seit 2026 entfällt. Frag bei der Gemeinde rechtzeitig.

Sonderfälle: Außenbereich, Stellvertreter, Wechsel

Die Erlaubnis umfasst meist nur die Räume, die im Antrag stehen. Eine Terrasse auf öffentlichem Grund braucht in vielen Städten eine zusätzliche Sondernutzungserlaubnis, und ein Biergarten kann eigene Lärmauflagen haben. Frag beim Antrag gleich nach der Außenfläche, damit du sie nicht nachträglich beantragen musst.

Wenn du nicht selbst im Betrieb stehst, kann je nach Land ein Stellvertreter nötig sein, der die Voraussetzungen erfüllt, etwa Zuverlässigkeit und Unterrichtungsnachweis. Auch Gesellschaften müssen angeben, wer den Betrieb verantwortlich führt.

Bei Änderungen des Betriebs, etwa einer neuen Betriebsart, neuer Räume oder eines Inhaberwechsels, fragst du vorher bei der Behörde nach, ob ein neuer Antrag oder eine Änderungsanzeige nötig ist. Ein Betrieb ohne passende Erlaubnis kann Bußgelder und eine Schließung nach sich ziehen. Das Risiko lohnt sich nie.

Häufige Fehler beim Antrag

Die meisten Verzögerungen kommen nicht von der Behörde, sondern von Lücken im Antrag. Diese Punkte kosten Wochen.

  • Mietvertrag unterschrieben, bevor die Nutzung der Räume geklärt ist.
  • Unterrichtung der IHK zu spät gebucht, der Termin liegt nach der geplanten Eröffnung.
  • Zeugnisse zu spät bestellt: Führungszeugnis und Registerauszug brauchen ein paar Tage, manche Behörden verlangen eine Höchstdauer ihres Ausstellungsdatums.
  • Unvollständige Pläne: Ein Grundriss ohne Maße, Toiletten und Küche führt zu Rückfragen.
  • Falsche Betriebsart im Antrag: Wer später Alkohol ausschenken oder die Öffnungszeiten ausdehnen will, plant das gleich mit ein.

Ein kurzes Vorgespräch mit der Sachbearbeitung spart oft Wochen. Frag, was sie im Antrag am häufigsten vermissen, und bring dein Konzept mit.

Während die Behörde prüft: Website und Karte vorbereiten

Die Wartezeit auf die Erlaubnis kannst du nutzen. tischlein legt deine Website, die digitale Karte mit Allergenen und den Dienstplan an, damit du am Eröffnungstag nichts mehr bauen musst. Veröffentlichen kannst du, sobald alles genehmigt ist.

Für neue Betriebe gibt es im Startup-Center unter /gruenden einen Rabatt auf die Abos.

Häufige Fragen

Brauche ich für ein Restaurant eine Gaststättenerlaubnis?

Das hängt vom Bundesland ab. In mehreren Ländern genügt eine Anzeige, in anderen ist weiter eine Erlaubnis nötig, vor allem wenn du Alkohol ausschenkst. Frag beim Gewerbeamt deiner Stadt nach, was für dich gilt.

Was kostet die Gaststättenerlaubnis?

Die Gebühren legt jede Stadt fest und sie hängen von Betriebsart und Größe ab. Starting-up.de nennt als Beispiel etwa 100 bis 3.500 Euro in Köln. Dazu kommen Gebühren für Führungszeugnis, Register und Unterrichtung.

Wie lange dauert es, die Gaststättenerlaubnis zu bekommen?

Eine feste Dauer gibt es nicht, sie hängt von der Behörde ab. Plane den Antrag früh, mindestens einige Wochen vor der Eröffnung, und buche die IHK-Unterrichtung rechtzeitig, falls dein Land sie verlangt.

Brauche ich für ein Café eine Konzession?

Für ein Café ohne Alkohol oft nicht. Wenn du Alkohol ausschenkst, gelten die Regeln deines Landes. Dort entscheidet das Gewerbeamt, ob du eine Erlaubnis brauchst oder eine Anzeige reicht.

Wo gibt es die Unterrichtung der IHK?

Bei der IHK deiner Region, über den IHK-Finder auf ihk.de. Laut DIHK ist sie in einigen Ländern nicht mehr nötig, in Baden-Württemberg weiter. Frag die IHK, ob sie in deinem Land gilt.

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