Marketing
Restaurant-Marketing mit wenig Zeit: 30 Minuten pro Woche
Redaktion tischlein · Aktualisiert am 14. Oktober 2026
Die Antwort in Kürze
Restaurant-Marketing klappt auch mit 30 Minuten pro Woche, wenn du dich auf vier Dinge beschränkst: Google-Unternehmensprofil pflegen, Bewertungen beantworten, zwei bis drei Beiträge in sozialen Medien posten und alle paar Wochen eine kleine Aktion starten. Wichtiger als viel ist regelmäßig. Ein fester Termin in der Woche schlägt jede gute Idee, die nie umgesetzt wird.
Warum wenig, aber regelmäßig reicht
Als Wirt oder Betriebsleiterin hast du keinen Tag frei für Marketing. Zwischen Einkauf, Dienstplan und Service bleibt nur Zeit am Rand. Das ist kein Problem, wenn du die wenigen Maßnahmen wählst, die für Gäste in deiner Nähe wirklich zählen: gefunden werden, einen guten Eindruck machen und Gäste an sich erinnern.
Die meisten neuen Gäste eines lokalen Betriebs kommen über Empfehlungen, Google Maps und Social Media. Genau dort setzt der Plan an. Alles andere, zum Beispiel Anzeigen, Gewinnspiele oder große Kampagnen, kommt später, wenn die Basis sitzt.
Dein Wochenplan: 30 Minuten
Leg dir einen festen Termin, zum Beispiel Dienstagnachmittag, wenn es ruhig ist. Dann arbeitest du diese Liste ab.
| Aufgabe | Minuten | Was du tust |
|---|---|---|
| Google-Profil prüfen | 5 | Öffnungszeiten, Feiertage, Speisekarte, neue Fotos hochladen |
| Bewertungen beantworten | 10 | Auf alle neuen Bewertungen kurz und freundlich antworten |
| Beiträge planen | 10 | Zwei bis drei Fotos auswählen und mit einem Satz beschriften |
| Aktion und Zahlen | 5 | Nächste Aktion festlegen, Reservierungen der Woche anschauen |
Fotos machst du nebenbei im Service: das Tagesgericht, der fertig gedeckte Tisch, ein Cocktail am Tresen. Zwei Minuten pro Tag genügen, am Dienstag wählst du aus.
Wenn du jemanden im Team hast, der gern fotografiert oder schreibt, gib ihm eine Stunde im Monat dafür. Das entlastet dich, und die Beiträge wirken lebendiger, weil sie von Menschen kommen, die den Betrieb kennen. Du behältst die Freigabe und die Verantwortung für das, was veröffentlicht wird.
Google-Unternehmensprofil in fünf Minuten pro Woche
Das Profil ist deine wichtigste Fläche, weil Gäste dort entscheiden, ob sie zu dir kommen. Prüfe jede Woche, ob Öffnungszeiten und besondere Zeiten stimmen. Nichts ärgert Gäste mehr als ein geschlossenes Lokal, obwohl Google „geöffnet" anzeigt.
Lade bei jedem Besuch ein bis zwei neue Fotos hoch. Aktuelle Bilder zeigen, dass du aktiv bist, und sie werden öfter angesehen als ältere. Hinterlege außerdem den Link zur Speisekarte und zur Reservierung.
Bewertungen beantworten: so geht es schnell
Antworten sind nicht nur für den Schreibenden da. Auch alle späteren Leser sehen, wie du mit Gästen umgehst. Eine kurze, freundliche Antwort auf jede Bewertung ist besser als eine lange auf manche.
- Bei Lob: Bedanke dich mit Namen und nenne etwas Konkretes („Schön, dass dir die Pasta geschmeckt hat"). Lade zum nächsten Besuch ein.
- Bei Kritik: Entschuldige dich, wenn etwas schiefgelaufen ist, benenne das Problem in einem Satz und sag, was du ändern willst.
- Bei unfairen Bewertungen: Bleib sachlich, korrigiere nur Fakten und biete an, das Gespräch direkt zu führen.
- Nenne keine privaten Details und keine Namen von Mitarbeitenden.
- Melde Bewertungen, die gegen die Regeln verstoßen oder von Personen stammen, die nie Gast waren, bei Google.
Social Media: zwei Plattformen, drei Beiträge
Soziale Medien sind das Schaufenster deines Lokals. Gäste schauen dort nach, bevor sie reservieren: Wie sieht es aus, was gibt es zu essen, ist hier etwas los?
Konzentriere dich auf eine, höchstens zwei Plattformen. Für Restaurants, Cafés und Bars ist das meist Instagram, bei jüngerem Publikum zusätzlich TikTok, bei älterem Facebook. Poste lieber drei Beiträge pro Woche zuverlässig als zehn in einer Woche und danach nichts.
Ein einfaches Raster hilft: ein Beitrag über ein Gericht oder Getränk, einer über Menschen (Team, Gäste, Lieferanten) und einer mit einem Hinweis, etwa Tagesgericht, Event oder Reservierungslink. Schreib einen Satz dazu, zeig echte Bilder und lass Hashtags nach Stadt und Stadtteil nicht weg.
Aktionen, die wenig Aufwand machen
Eine Aktion gibt Gästen einen Anlass zu kommen. Wähle eine pro Monat und halte sie klein.
- Wochentags-Aktion: etwa ein festes Gericht oder Getränk am ruhigsten Tag.
- Themenabend: Weinprobe, Burgerabend, Live-Musik, Quiz.
- Saisonales Gericht: Spargel, Pilze, Kürbis, Glühwein.
- Gutscheinwochen vor Weihnachten, Muttertag oder Valentinstag.
- Bring-eine-Begleitung-Aktion für Stammgäste, zum Beispiel ein Getränk gratis bei zwei Gerichten.
Schreibe vorher auf, woran du erkennst, ob die Aktion funktioniert hat: mehr Gäste am Aktionstag, mehr Gutscheinverkäufe, mehr Reservierungen. Sonst weißt du hinterher nicht, ob es sich gelohnt hat.
Ein Beispielmonat im Überblick
So sieht ein Monat aus, wenn du die Wochenroutine mit einer Aktion verbindest. Du kannst den Plan 1:1 übernehmen und die Themen austauschen.
| Woche | Schwerpunkt | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | Neue Karte oder neues Gericht | Foto vom neuen Gericht, Hinweis im Google-Profil |
| 2 | Team und Menschen | Vorstellung aus der Küche oder dem Service in Story und Beitrag |
| 3 | Aktion vorbereiten | Themenabend oder Wochentagsangebot ankündigen |
| 4 | Aktion durchführen und auswerten | Fotos vom Abend, Zahlen notieren, Gäste um Bewertung bitten |
Was du bewusst weglässt
Mit wenig Zeit ist Weglassen eine Strategie. Du brauchst nicht überall präsent zu sein, und nicht jede Neuigkeit bekommt einen Beitrag.
- Plattformen, die du nicht regelmäßig bespielen kannst.
- Anzeigen, solange Profil, Website und Bewertungen nicht in Ordnung sind.
- Aufwendig produzierte Videos. Ein kurzer Clip vom Anrichten wirkt oft besser.
- Preisaktionen, die dein Team überfordern oder deine Kalkulation sprengen.
- Gewinnspiele, die nur Follower bringen, aber keine Gäste.
Wenn alles läuft und du Luft hast, ergänze zuerst einen Newsletter für Stammgäste, dann lokale Zusammenarbeit mit Nachbarn, Hotels und Firmen. Alles andere kann warten.
Woran du siehst, dass es wirkt
Du brauchst keine Marketing-Software, um zu sehen, ob dein Aufwand ankommt. Drei Zahlen reichen, die du einmal pro Woche anschaust.
- Reservierungen und neue Gäste: Frag bei der Buchung oder am Tisch, woher der Gast dich kennt.
- Aufrufe deines Google-Profils: Anrufe, Routenanfragen und Website-Klicks siehst du im Profil.
- Bewertungen: Anzahl und Durchschnitt pro Monat.
Steigen die Zahlen nach einer Aktion, wiederhole sie. Steigen sie nicht, ändere ein Detail, zum Beispiel Tag, Angebot oder Ansprache, und probiere es erneut.
Marketing-Texte und Beiträge als Entwurf vom Chat
Zeit sparst du, wenn Beiträge nicht bei null anfangen. Im tischlein-Chat sagst du, was diese Woche los ist, zum Beispiel „Schreib einen Post für unseren Spargel-Abend am Freitag", und bekommst einen Entwurf. Dasselbe gilt für Newsletter und für Texte auf der Website.
Bevor etwas rausgeht, siehst du eine Vorschau und gibst selbst frei. Die Entscheidung bleibt bei dir, die Tipparbeit nicht.
Häufige Fragen
Wie mache ich Marketing für mein Restaurant?
Starte mit den kostenlosen Grundlagen: ein vollständiges Google-Unternehmensprofil, eine Website mit Speisekarte und Reservierung, Antworten auf Bewertungen und regelmäßige Beiträge in einem Social-Media-Kanal. Anzeigen und größere Kampagnen kommen erst danach.
Wie viel Zeit braucht Restaurant-Marketing?
Für die Basis genügen 30 Minuten pro Woche, wenn du sie fest einplanst. Mehr Zeit brauchst du bei Aktionen, Events und Kampagnen. Wichtig ist die Regelmäßigkeit.
Welche Social-Media-Plattform ist für Restaurants am besten?
Instagram ist für die meisten Restaurants, Cafés und Bars die erste Wahl, weil Gäste dort Gerichte und Atmosphäre sehen. Bei älterem Publikum ist Facebook sinnvoll, bei jüngerem TikTok. Wähle eine Plattform und mach sie gut.
Soll ich auf schlechte Bewertungen antworten?
Ja, immer sachlich und kurz. Entschuldige dich bei echten Fehlern, nenne, was du ändern willst, und biete ein Gespräch an. Die Antwort liest nicht nur der Gast, sondern jeder, der danach auf dein Profil schaut.
Was kostet Marketing für ein Restaurant?
Die Basis kostet kein Geld, nur Zeit: Google-Profil, Social Media und Bewertungen. Kosten entstehen für Website, Fotos, Anzeigen oder eine Agentur. Leg ein monatliches Budget fest und miss, was es bringt.
Wie komme ich an mehr Bewertungen?
Frag zufriedene Gäste direkt, am besten beim Bezahlen, und gib ihnen einen QR-Code zum Bewertungsformular mit. Belohne Bewertungen nicht mit Rabatten, das verstößt gegen die Regeln der Plattformen. Bedanke dich für jede Bewertung.
Weiterlesen
- Newsletter → Gäste per Mail erreichen und zurückholen.
- Chat → Texte und Änderungen per Satz vorbereiten.
- Mehr Gäste ohne Portal-Provision: Der Weg über die eigenen Kanäle →
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