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Gründung

Was kostet es, ein Restaurant zu eröffnen? Investition, laufende Kosten, Finanzierung

Redaktion tischlein · Aktualisiert am 15. Oktober 2026

Die Antwort in Kürze

Was ein Restaurant kostet, hängt von Fläche, Lage und Zustand der Räume ab, deshalb gibt es keine seriöse Pauschale. Du kalkulierst in drei Blöcken: einmalige Investitionen, laufende Kosten pro Monat und eine Reserve für die Anlaufzeit. Finanzieren kannst du mit Eigenkapital, Bankkredit, dem KfW-Gründerkredit StartGeld und je nach Situation dem Gründungszuschuss.

Warum es keine Pauschale gibt

Wer „Restaurant eröffnen Kosten" sucht, will eine Zahl. Eine ehrliche Zahl gibt es nicht, denn ein kleines Lokal in einem fertig ausgebauten Pachtobjekt und ein Neubau mit Terrasse in der Innenstadt liegen weit auseinander. Auch die Gastro-Ratgeber, die wir ausgewertet haben, nennen keine belastbare Gesamtspanne. Wir nennen deshalb keine und erfinden keine.

Was du stattdessen bekommst, ist ein Rechenweg. Du holst Angebote für deine Räume ein und trägst sie in einen Investitionsplan ein. Zur Orientierung rechnen wir ein erfundenes Beispiel durch. Es ist keine Statistik und kein Marktpreis, sondern zeigt, welche Posten es gibt und wie sie sich zu einem Kapitalbedarf addieren.

Der Investitionsplan: einmalige Kosten

Die Tabelle zeigt ein Beispiel für ein Restaurant mit 40 Plätzen in gemieteten Räumen. Alle Beträge sind angenommen, damit du siehst, wie die Rechnung funktioniert. Ersetze sie durch deine Angebote.

Posten Beispiel in Euro Hinweis
Kaution (3 Monatsmieten bei 4.500 Euro) 13.500 Üblich sind laut Gastro-Ratgebern drei bis sechs Monatsmieten
Umbau und Renovierung 60.000 Angebote vom Handwerk, Abluft nicht vergessen
Küche 45.000 Gebraucht senkt den Preis, Geräte prüfen lassen
Gastraum und Möbel 25.000 Mobiliar, Beleuchtung, Theke
Kasse, Technik, Software 6.000 Zertifizierte Kasse, WLAN, Musik
Geschirr, Gläser, Besteck 8.000 Erstausstattung
Erster Wareneinkauf 6.000 Lagerbestand zum Start
Genehmigungen, Notar, Beratung 4.000 Gebühren, Steuerberatung, Gründungsberatung
Website und Eröffnung 5.000 Fotos, Website, Eröffnungsfeier
Summe Investitionen 172.500 ohne Reserve

Dazu kommen je nach Objekt Maklerprovision, Ablöse für Inventar vom Vormieter und Kosten für eine Nutzungsänderung. Wenn du einen bestehenden Betrieb übernimmst, lies den Ratgeber zur Restaurant-Übernahme.

Laufende Kosten pro Monat

Die laufenden Kosten entscheiden, wie viel Umsatz du im Monat brauchst. Ein Beispiel für das gleiche Lokal, wieder erfunden.

Posten Beispiel pro Monat in Euro
Miete und Nebenkosten 4.500
Personal inklusive Lohnnebenkosten 22.000
Energie und Wasser 1.800
Versicherungen, Beiträge, Gebühren 900
Kasse, Software, Telefon 400
Steuerberatung und Buchhaltung 600
Marketing 500
Reparaturen, Reinigung, Sonstiges 800
Summe Fixkosten 31.500

Beim Personal rechnest du mit dem Mindestlohn von 13,90 Euro seit 1. Januar 2026. Am 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 Euro. Dazu kommen Arbeitgeberanteile, Urlaub, Krankheit und Zuschläge, deshalb ist der Personalposten fast immer der größte. Als Faustregel nennen Ratgeber, dass Miete und Nebenkosten zusammen etwa 10 bis 12 Prozent des Umsatzes nicht überschreiten sollen.

Break-even: Wie viele Gäste brauchst du?

Aus den Fixkosten rechnest du, wann der Betrieb sich trägt. Setz den Wareneinsatz als Richtwert bei rund 30 Prozent des Nettoumsatzes an, wie in der Gastronomie häufig üblich. Dann bleiben 70 Prozent als Rohertrag, der die Fixkosten decken muss.

  1. Fixkosten 31.500 Euro geteilt durch 0,70 ergibt rund 45.000 Euro Nettoumsatz pro Monat.
  2. Bei 26 Öffnungstagen sind das rund 1.730 Euro Nettoumsatz pro Tag.
  3. Bei einem durchschnittlichen Netto-Bon von 32 Euro pro Gast sind das etwa 54 Gäste pro Tag.
  4. Bei 40 Plätzen ist das mehr als eine Belegung am Tag. Prüf, ob dein Standort das hergibt.

Das Ergebnis ist die Mindestzahl, bei der du weder gewinnst noch verlierst, ohne Gehalt für dich. Dein eigenes Auskommen und Rücklagen für Steuern kommen obendrauf. Wer das früh rechnet, merkt, ob ein Konzept trägt, bevor er Geld ausgibt.

Die Reserve für die Anlaufzeit

Neue Betriebe brauchen Zeit, bis sie ihren Normalumsatz erreichen. In dieser Zeit laufen die Fixkosten weiter. Die Reserve deckt die Lücke, bis der Umsatz reicht.

Eine feste Monatszahl können wir dir nicht nennen, denn die Quellen nennen keine. Rechne mit mehreren Monaten Fixkosten, und frag deine Gründungsberatung und Bank, was sie für dein Konzept erwarten. Im Beispiel wären drei Monate Fixkosten 94.500 Euro, der Kapitalbedarf also 172.500 plus 94.500, zusammen 267.000 Euro.

Banken sehen bei Gastro-Gründungen besonders auf diese Reserve. Zu wenig Betriebskapital und schlechte Finanzplanung gehören zu den häufigsten Gründen, warum Betriebe aufgeben müssen.

Finanzierung: Eigenkapital, Bank, KfW, Zuschuss

Für den Kapitalbedarf kombinierst du in der Regel mehrere Quellen. Banken verlangen meist Eigenkapital und einen schlüssigen Businessplan mit Finanzplan.

  • Eigenkapital: Erspartes, Familie, Partner. Je höher dein Anteil, desto leichter die Kreditzusage.
  • Hausbankkredit: Du beantragst ihn mit Businessplan und Finanzplan bei deiner Bank.
  • ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW: Du stellst den Antrag über deine Hausbank. Nach Angaben der KfW hat sich der Höchstbetrag für Gründungen, die bis zu fünf Jahre zurückliegen, von 125.000 auf 200.000 Euro erhöht, davon bis zu 80.000 Euro für Betriebsmittel. Die KfW stellt die Hausbank zu 80 Prozent von der Haftung frei. Die Laufzeit beträgt bis zu zehn Jahre, bis zu zwei Jahre davon tilgungsfrei. Prüf die aktuellen Bedingungen auf kfw.de, sie ändern sich.
  • Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit: Wenn du Arbeitslosengeld bekommst, kannst du ihn beantragen. Voraussetzung sind mindestens 150 Tage Restanspruch zum Start, eine Selbstständigkeit mit mindestens 15 Stunden pro Woche und die positive Stellungnahme einer fachkundigen Stelle wie IHK oder Steuerberatung. Phase 1 dauert sechs Monate: Du bekommst dein letztes Arbeitslosengeld plus 300 Euro für die soziale Absicherung. Phase 2 sind neun Monate mit 300 Euro. Es ist eine Ermessensleistung ohne Rechtsanspruch.
  • Landesförderung: Die Förderbanken der Länder haben eigene Programme für Gründer. Frag bei der IHK, welche für dich passen.

Reihenfolge: Erst Plan, dann Bank, dann Mietvertrag. Wer den Mietvertrag vor der Finanzierungszusage unterschreibt, geht ein Risiko ein, das er nicht tragen muss.

So sparst du, ohne die Qualität zu opfern

Sparen heißt nicht billig bauen, sondern gezielt ausgeben. Diese Hebel haben sich in der Praxis bewährt.

  • Ein Pachtobjekt mit vorhandener Küche und Abluft übernehmen, statt neu zu bauen.
  • Gebrauchte Geräte kaufen und vor dem Kauf prüfen lassen.
  • Die Karte klein halten: Weniger Gerichte bedeuten weniger Lager und weniger Schwund.
  • Mit einem Soft-Opening starten und nicht mit der vollen Mannschaft.
  • Mehrere Angebote für Umbau und Technik einholen und schriftlich vergleichen.

Mehr zu den Schritten vor der Eröffnung findest du in der Checkliste „Restaurant eröffnen" und im Ratgeber zur Gaststättenerlaubnis.

Typische Fehler in der Finanzplanung

Banken und Gründungsberater sehen dieselben Fehler immer wieder. Du vermeidest sie, wenn du sie kennst.

  • Umbaukosten ohne Angebote geschätzt: Wer nur grob rechnet, wird fast immer überrascht.
  • Keine Reserve eingeplant: Zu wenig Betriebskapital führt in den ersten Monaten schnell zu Zahlungsproblemen.
  • Eigenes Gehalt vergessen: Du musst auch von dem Betrieb leben, nicht nur der Betrieb von sich selbst.
  • Umsatzprognose zu optimistisch: Rechne mit einem schwachen Start und besser mit einem schwachen Monat als mit einem starken.
  • Steuern und Rücklagen vergessen: Umsatzsteuer, Einkommensteuer und Vorauszahlungen sind Teil der Rechnung.

Lass deinen Plan vor dem Bankgespräch von einer Gründungsberatung der IHK oder einer Steuerberatung prüfen. Frag deine IHK nach ihrem Beratungsangebot für Gründer. So kommst du vorbereitet in das Gespräch.

Weniger Fixkosten in Software und Büro

tischlein bündelt Website, digitale Speisekarte, Dienstplan und Einkauf in einem Tool. So zahlst du nicht für fünf einzelne Programme, und die Zahlen für deinen Businessplan stehen an einem Ort.

Wer neu eröffnet, bekommt im Startup-Center unter /gruenden einen Rabatt auf die Abos.

Häufige Fragen

Was kostet es, ein Restaurant zu eröffnen?

Das hängt von Größe, Lage und Zustand der Räume ab. Eine feste Zahl wäre irreführend. Rechne in drei Blöcken: Investitionen, monatliche Fixkosten und Reserve, und hol Angebote ein.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für ein Restaurant?

Eine feste Quote gibt es nicht. Banken verlangen in der Regel einen Eigenanteil und einen belastbaren Finanzplan. Frag Hausbank und Gründungsberatung, was sie für dein Konzept erwarten.

Gibt es Förderung für Gastronomie-Gründer?

Ja. Bekannt sind der KfW-Gründerkredit StartGeld über die Hausbank und der Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit. Dazu kommen Programme der Förderbanken der Länder. Voraussetzungen und Beträge ändern sich, prüf sie bei der Quelle.

Wie viel Reserve brauche ich für die ersten Monate?

Eine einheitliche Zahl gibt es nicht. Rechne mit mehreren Monaten Fixkosten und besprich den Wert mit deiner Bank. Wer zu knapp plant, gerät schnell in Zahlungsprobleme.

Lohnt sich die Übernahme eines Restaurants gegenüber einer Neueröffnung?

Oft spart die Übernahme Umbau und Küche, kostet dafür Ablöse und bringt vorhandene Verträge mit. Wie das aussieht, beschreibt der Ratgeber zur Restaurant-Übernahme.

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